Dachdämmung
Über das Dach verliert ein unsaniertes Haus einen großen Teil seiner Wärme. Weil die Fläche groß ist und die Wärme nach oben steht, steht diese Maßnahme am Anfang und nicht am Ende.
Das Wichtigste zuerst
Zuerst fällt eine einzige Entscheidung: oberste Geschossdecke oder Dachschräge. Bleibt der Dachboden kalt und unbewohnt, ist die Geschossdecke die kleinere, billigere und schnellere Maßnahme, und für sie gilt als einzigem Bauteil am Dach eine gesetzliche Pflicht. Wird oben gewohnt, muss die Schräge gedämmt werden, und dann entscheidet der Anlass über die Bauweise.
Zwei Zahlen tragen den Rest: Das Gesetz verlangt bei einer Änderung U ≤ 0,24 W/(m²·K), gefördert wird erst ab U ≤ 0,14 W/(m²·K). Eine Lage zwischen den Sparren reicht für den zweiten Wert nie. Die entscheidende Frage ist deshalb nicht, wie dick gedämmt wird, sondern von welcher Seite: Kommt die Eindeckung herunter, liegt die zweite Dämmebene über den Sparren und kostet keinen Zentimeter Raumhöhe. Bleibt das Dach zu, muss sie nach innen, und dort wird sie in Raumhöhe bezahlt.
Betrifft das dein Haus?
Geh im Januar auf den Dachboden. Ist es dort ungefähr so kalt wie draußen, ist das keine Eigenart deines Hauses, sondern der Normalfall hier. Und man kann ihn beziffern.
Gebäude mit Wohnraum nach Baujahr: Kreis Lippe gegen Deutschland
In Kreis Lippe stehen 95.099 Gebäude mit Wohnraum. 67 % davon wurden vor 1979 errichtet, also bevor die erste Wärmeschutzverordnung überhaupt Anforderungen an die Hülle stellte. In Deutschland sind es 61 %. Geheizt wird hier zu 30 % mit Heizöl (Deutschland: 25 %), und 78 % der Gebäude stehen frei. Eine freistehende Hülle verliert über alle vier Seiten und über das Dach.
Zensus 2022 1
Vor 1979 hieß am Dach: keine Dämmung, eine dünne Lage im Gefach oder eine Mineralwolle, die inzwischen gesackt ist. Und wo teuer geheizt wird, wiegt jede Kilowattstunde mehr, die gar nicht erst gebraucht wird.
Was das Gesetz verlangt
Zwei Regeln betreffen dein Dach, und sie werden ständig verwechselt. Die Nachrüstpflicht (§ 35 GModG)2 gilt nur für die oberste Geschossdecke Die Decke zwischen dem obersten beheizten Raum und dem darüberliegenden kalten Dachraum. Meist eine Holzbalken- oder Betondecke, begehbar oder nicht. über beheizten Räumen: höchstens 0,24 W/(m²·K), unabhängig davon, ob du etwas vorhast. Für die Dachschräge gibt es keine solche Pflicht.
Die Änderungsanforderung (§ 36)3 greift erst, sobald die Dachdeckung erneuert wird — dann gilt derselbe Höchstwert für die Schräge. Wer neu decken lässt, saniert unbemerkt energetisch und hat genau in diesem Moment die Gelegenheit, es gefördert richtig zu machen. Die nächste kommt in vierzig Jahren.
| Bauteil | Ordnungsrecht GModG Anlage 7, was gebaut werden muss | Förderung BEG EM, was zusätzlich gilt, damit es Geld gibt |
|---|---|---|
| Dachfläche des Schrägdachs, samt Kehlbalkenlage | 0,24 Nr. 5a/5b | 0,14 |
| Oberste Geschossdecke gegen unbeheizten Dachraum | 0,24 Nr. 5a/5b | 0,14 |
| Abseitenwand („Drempel“) gegen unbeheizten Dachraum | 0,24 Nr. 5a/5b | 0,14 |
| Dachgaube | 0,24 Nr. 5a/5b | 0,20 |
| Flachdach bzw. Dachfläche mit Abdichtung | 0,20 Nr. 5c | 0,14 |
| Dachflächenfenster | 1,40 Nr. 2b | 1,00 Uw |
Der Abstand zwischen den Spalten ist die Entscheidung. Ein Dach, das 0,24 erreicht, ist gesetzeskonform gebaut und trotzdem nicht förderfähig. Der Unterschied zwischen 0,24 und 0,14 sind rund zehn Zentimeter Dämmstoff, und ob die Konstruktion sie hergibt, entscheidet sich vor Ort und nicht in dieser Tabelle.
Ausnahme Baudenkmal. Bei Baudenkmalen und sonstiger besonders erhaltenswerter Bausubstanz tritt an die Stelle eines U-Werts die höchstmögliche Dämmstoffdicke, und zwar für Flachdächer, Schrägdächer samt Kehlbalkenlagen, Dachgauben und oberste Geschossdecken. Maßgeblich ist dann eine Wärmeleitfähigkeit von λ ≤ 0,040 W/(m·K), kein U-Wert.
GModG Anlage 7 3 · BEG EM, Anlage „Technische Mindestanforderungen“ 4
Ausnahmen, Ersatzweg und der Name des Gesetzes
Die Pflicht gilt auch als erfüllt, wenn statt der Geschossdecke das darüber liegende Dach entsprechend gedämmt ist, oder wenn die Decke den Mindestwärmeschutz nach DIN 4108-2:2013-02 einhält.
Von der Nachrüstpflicht gibt es zwei Ausnahmen:
- Bei Wohngebäuden mit höchstens zwei Wohnungen, von denen der Eigentümer eine am 1. Februar 2002 selbst bewohnt hat, greift die Pflicht erst nach einem Eigentümerwechsel, dann innerhalb von zwei Jahren.
- Sie entfällt außerdem, soweit sich der Aufwand nicht in angemessener Frist durch die Einsparung erwirtschaften lässt (§ 35 Abs. 4).
Seit Juli 2026 heißt das Gesetz Gebäudemodernisierungsgesetz (GModG) und trug bis dahin den Namen Gebäudeenergiegesetz (GEG). Für das Dach heißt das zweierlei. Die Paragraphen wurden neu gezählt: Die Nachrüstpflicht steht jetzt in § 35, die Änderungsanforderung in § 36, und Anlage 7 gehört seither zu § 36. Der Höchstwert für Dachflächen ist derselbe geblieben, 0,24 W/(m²·K). Wer nach „GEG Dachdämmung“ sucht, sucht weiterhin das Richtige.
Fünf gerechnete Aufbauten
Nicht die Dämmschicht entscheidet, sondern ihre Lage zu den Sparren — die fünf Aufbauten unten sind eigene Berechnungen vom 29. Juli 2026, alle tauwasserfrei.
Oberste Geschossdecke
Dachraum bleibt kalt
- Fichte 22 mm
- Luftschicht 40 mm
- Holzfaserdämmplatte, flexibel 180 mm
- Dampfbremse
- Installationsebene 24 mm
- Gipsfaserplatte, zweilagig 25 mm
- U-Wert
- 0,22 W/(m²·K)
- Gesamtdicke
- 29,1 cm
- Deckenbalkenanteil
- 11 %
- Tauwasser
- keins
Ordnungsrecht erfüllt
Zwischensparren
nur im Gefach gedämmt
- Falzziegel mit Lattung
- Hinterlüftung
- Zelluloseeinblasdämmung 220 mm
- Dampfbremse
- Gipskartonplatte 12,5 mm
- U-Wert
- 0,23 W/(m²·K)
- Gesamtdicke
- 36,6 cm
- Sparrenanteil
- 17 %
- Tauwasser
- keins
Ordnungsrecht erfüllt
Zwischensparren mit Aufdopplung
zweite Lage über den Sparren
- Falzziegel mit Lattung
- Hinterlüftung
- Aufsparrendämmung 60 mm
- Zelluloseeinblasdämmung 140 mm
- Dampfbremse
- Gipskartonplatte 12,5 mm
- U-Wert
- 0,23 W/(m²·K)
- Gesamtdicke
- 34,6 cm
- Sparrenanteil
- 14 %
- Tauwasser
- keins
Ordnungsrecht erfüllt
Aufsparrendämmung
Sparren bleiben sichtbar
- Falzziegel mit Lattung
- Hinterlüftung
- Holzfaser-Unterdeckplatte 35 mm
- Holzfaserdämmplatte 180 mm
- Luftdichtheitsbahn
- Schalung Fichte 21 mm
- Sichtsparren 200 × 100 200 mm
- U-Wert
- 0,19 W/(m²·K)
- Gesamtdicke
- 57,0 cm
- Sichtsparrenanteil
- 13 %
- Tauwasser
- keins
Ordnungsrecht erfüllt
Dachsanierung von außen
zwei Ebenen, beide von oben gebaut
- Falzziegel mit Lattung
- Hinterlüftung
- Holzfaser-Aufsparrendämmung 140 mm
- Diffusionsoffene Multifunktionsbahn
- Holzfaser-Klemmfilz im Gefach 180 mm
- Dampfbremse
- Installationsebene 40 mm
- Gipskartonplatte 12,5 mm
- U-Wert
- 0,14 W/(m²·K)
- Gesamtdicke
- 50,7 cm
- Sparrenanteil
- 12 %
- Tauwasser
- keins
Förderanforderung erreicht
Welche Aufgabe jede Schicht hat
Die Unterdeckbahn Die Bahn direkt unter der Lattung, auf der Kaltseite der Dämmung. Sie hält Flugschnee und Regen ab, der unter die Ziegel kommt, lässt Dampf aber nach außen entweichen. außen hält Flugschnee und Schlagregen ab, die unter den Ziegeln durchkommen, lässt Wasserdampf aber nach außen entweichen. Die Dampfbremse Die Folie auf der Warmseite der Dämmung. Sie begrenzt, wie viel Feuchtigkeit aus der Wohnung in die Konstruktion wandert. Bremsen, nicht sperren, damit der Aufbau im Sommer wieder austrocknen kann. innen begrenzt, wie viel Feuchtigkeit aus der Wohnung überhaupt in die Konstruktion gelangt. Die luftdichte Ebene Die durchgehende, fugenlose Schicht, die verhindert, dass warme Raumluft durch Ritzen in die Konstruktion strömt. Meist ist es dieselbe Bahn wie die Dampfbremse. Sie scheitert nie in der Fläche, sondern an den Anschlüssen. , meist dieselbe Bahn, verhindert, dass warme Raumluft durch Fugen einströmt.
Der letzte Punkt entscheidet alles: Durch eine undichte Fuge wandert um ein Vielfaches mehr Feuchtigkeit in den Aufbau als durch die gesamte Fläche hindurch diffundiert. Deshalb ist die Ausführungsqualität an den Anschlüssen wichtiger als jede Dämmstoffmarke.
Wie dick sie sein muss
Die Dicke folgt aus zwei Größen: dem Ziel- U-Wert Wärmedurchgangskoeffizient Wie viel Wärme durch ein Bauteil verloren geht: Watt pro Quadratmeter und Kelvin Temperaturunterschied. Je kleiner, desto besser. Ein ungedämmtes Dach liegt oft über 1,0, gefördert wird ab 0,14. und der Wärmeleitfähigkeit λ Bemessungswert der Wärmeleitfähigkeit Wie gut ein Material Wärme durchlässt. Beim Dämmstoff steht sie als Wärmeleitstufe auf der Verpackung: WLS 035 heißt λ = 0,035 W/(m·K). Kleinere Zahl, dünnere Dämmung für dasselbe Ergebnis. des Dämmstoffs. Deshalb steht hier eine Kurve und keine Empfehlung.
| Ziel-U-Wert | WLS 032 λ = 0,032 | WLS 035 λ = 0,035 | WLS 040 λ = 0,040 |
|---|---|---|---|
| 0,24 W/(m²·K) GModG bei Änderung | 13 cm | 14 cm | 16 cm |
| 0,20 W/(m²·K) Zwischenwert | 16 cm | 17 cm | 19 cm |
| 0,14 W/(m²·K) Förderfähig | 22 cm | 25 cm | 28 cm |
Bestellt wird in 2-cm-Schritten: 14 cm für das Ordnungsrecht, 24 cm für die Förderanforderung, in WLS 035.
Warum die Tabellenzahl nicht dein Dach ist
Die Kurve oben gilt für eine durchgehende Dämmschicht. Bei Zwischensparrendämmung ist sie das nicht: Alle 60 bis 90 Zentimeter steht ein Sparren im Weg, und Holz leitet Wärme rund viermal so gut wie Dämmstoff. Der Sparren wird zur Wärmebrücke Eine Stelle, an der Wärme schneller nach außen kommt als in der Fläche daneben, etwa ein Balken, eine Ecke, ein Anschluss. Sie kostet Energie und ist die Stelle, an der Schimmel zuerst auftritt. , die sich über die ganze Dachfläche wiederholt.
Deshalb erreicht eine Lage im Gefach die Förderanforderung nie. 16 cm zwischen den Sparren ergeben bei 12 % Holzanteil 0,27 W/(m²·K) — damit ist nicht einmal das Ordnungsrecht erfüllt. Und es bleibt so, wenn der Sparren tief genug ist: Ein nachgerechnetes Bauteil mit 220 mm Zelluloseeinblasdämmung bei 17 % Sparrenanteil erreicht 0,23 W/(m²·K). Zweiundzwanzig Zentimeter Dämmung, das Ordnungsrecht erfüllt, der Zuschuss trotzdem weg.
Der Weg zu 0,14 führt über eine zweite Ebene
Entscheidend ist nicht, dass diese zweite Ebene kommt, sondern wo sie liegt. Gerechnet: 180 mm im Gefach Der Zwischenraum zwischen zwei Sparren. Was dort hineinpasst, begrenzt die Dämmdicke bei der Zwischensparrendämmung. und 140 mm darüber ergeben 0,14 W/(m²·K) — Förderanforderung erreicht, ohne einen Zentimeter Raumhöhe. Zu haben ist dieser Weg aber nur, wenn die Eindeckung ohnehin herunterkommt; bleibt das Dach zu, muss die zweite Ebene nach innen und wird in lichter Höhe bezahlt. Deshalb ist die Frage nach dem Zustand der Eindeckung wichtiger als die nach dem Dämmstoff.
Die Rechnung dazu: Sparrentafel, zweite Ebene, Annahmen
| Dämmdicke | rechnerisch ohne Sparren | mit Sparren (12 % Holzanteil) |
|---|---|---|
| 12 cm | 0,28 | 0,36 GModG verfehlt |
| 14 cm | 0,24 | 0,31 GModG verfehlt |
| 16 cm | 0,21 | 0,27 GModG verfehlt |
| 18 cm | 0,19 | 0,25 GModG verfehlt |
| 20 cm | 0,17 | 0,22 |
| 22 cm | 0,16 | 0,20 |
Ausgehend von 16 cm im Gefach bringt eine durchgehende zweite Schicht:
- 4 cm zusätzlich → U = 0,21 GModG erfüllt
- 6 cm zusätzlich → U = 0,19 GModG erfüllt
- 8 cm zusätzlich → U = 0,17 GModG erfüllt
- 10 cm zusätzlich → U = 0,15 GModG erfüllt
- 12 cm zusätzlich → U = 0,14 förderfähig
- 14 cm zusätzlich → U = 0,13 förderfähig
Gerechnet mit λ = 0,035 W/(m·K) für den Dämmstoff und λ = 0,13 W/(m·K) für Nadelholz, flächenanteilige Mittelung, Rsi = 0,10 und Rse = 0,04 m²·K/W. Der reale Holzanteil hängt von Sparrenbreite und -abstand ab und wird am Objekt bestimmt. 12 % ist ein üblicher, aber kein allgemeingültiger Wert.
Welche Ebene gedämmt wird
Damit ist die Entscheidung vorbereitet. Sie hat drei Ausgänge, und die erste Frage entscheidet fast alles.
- 1 Bleibt der Dachraum kalt? Dann die oberste Geschossdecke. Kleinere Fläche, einfacher Aufbau, kein Eingriff in die Dachhaut, keine Raumhöhe verloren, und das einzige Bauteil am Dach mit einer Nachrüstpflicht. Wer den Dachboden nur als Abstellfläche nutzt, ist hier fertig.
- 2 Kommt die Eindeckung herunter? Dann wird von außen gebaut, und das ist der Regelfall der echten Sanierung: eine Lage im Gefach, eine Aufsparrendämmung darüber. Die obere Lage überdeckt die Sparren, die Wärmebrücke verschwindet, der Dachstuhl kann innen sichtbar bleiben, und die Förderanforderung ist erreichbar, ohne innen etwas anzufassen. Wer ohnehin ein Gerüst stehen hat, zahlt für diesen Weg fast nur den Dämmstoff.
- 3 Bleibt das Dach zu? Dann Zwischensparrendämmung von innen, meist ergänzt durch eine Lage darunter. Der Weg für ein bewohntes Dachgeschoss ohne anstehende Dacharbeiten. Er kostet Raumhöhe und verlangt die sorgfältigste Ausführung der luftdichten Ebene, weil sie hier von innen hergestellt wird.
Ein Flachdach folgt anderen Regeln: anderer Aufbau, andere Anforderung, anderer Feuchteschutz. Es steht deshalb auf einer eigenen Seite und nicht in diesem Absatz.
Wonach entschieden wird
Die Bauweise ist damit geklärt. Ob sie an deinem Dach geht, entscheidet sich an acht Punkten, hier in der Reihenfolge, in der sie üblicherweise etwas kippen:
- Zustand von Eindeckung und Unterdeckung
- Öffnet oder schließt den Weg von außen. Der wichtigste Punkt.
- Sparrenhöhe und Sparrenabstand
- Bestimmen Gefachdicke und Holzanteil, und damit die zweite Ebene.
- Raumhöhe und Anschlusshöhen
- Innen kostet es lichte Höhe, außen verändert es Traufe, Ortgang und Gauben.
- Vorhandene Dämmung und ihr Zustand
- Gesackt oder durchwühlt ist keine Dämmung mehr. Drin lassen oder heraus?
- Feuchte im Bestand
- Wer eine feuchte Konstruktion dämmt, schließt den Schaden ein.
- Gauben, Kehlen, Durchdringungen
- Jede ist ein Anschluss der luftdichten Ebene. Zerklüftet heißt fehleranfällig.
- Abseitenwand Drempel, Kniestock Die kurze senkrechte Wand, wo die Dachschräge auf den Fußboden trifft. Dahinter liegt ein kalter Hohlraum, und genau diese Wand wird beim Dämmen am häufigsten vergessen. und Kehlbalkenlage
- Gehören zur gedämmten Hülle und werden am häufigsten übersehen.
- Denkmalschutz oder erhaltenswerte Bausubstanz
- Statt eines U-Werts gilt die höchstmögliche Dicke bei λ ≤ 0,040 W/(m·K).
Wo es schiefgeht: die Feuchte
Der teuerste Fehler ist kein energetischer, sondern ein bauphysikalischer: Ein gedämmtes Dach ist innen wärmer und außen kälter, der Taupunkt Die Temperatur, bei der die Luft ihre Feuchtigkeit nicht mehr halten kann und Wasser ausfällt. Beim Dämmen wandert dieser Punkt in die Konstruktion hinein, deshalb muss man ihn rechnen und nicht hoffen. wandert in die Konstruktion. Deshalb gehört zu jedem Aufbau ein Feuchteschutznachweis nach DIN 4108-3 — die Antwort auf die Frage, ob dein Dachstuhl in fünfzehn Jahren noch trägt.
Was den Preis bestimmt
Hier steht bewusst keine Zahl pro Quadratmeter: Jede Angabe dieser Art im Netz ist ein Durchschnitt über fremde Gebäude. Der größte Hebel lässt sich ohnehin nicht in Euro ausdrücken — ob die Eindeckung sowieso herunterkommt, entscheidet, ob die Dämmung nur die Mehrkosten trägt oder alles.
Die eine Zahl, die sich ohne Erfindung nennen lässt
Die Höchstgrenze der förderfähigen Ausgaben ist keine Marktspanne, sondern ein amtlicher Deckel: 30.000 Euro für die erste Wohneinheit, 15.000 Euro für die zweite bis sechste, 8.000 Euro ab der siebten, mit iSFP-Bonus 60.000 Euro.4 Sie sagt nicht, was deine Dämmung kostet, sondern bis zu welchem Betrag der Staat sie betrachtet. Sie gilt pro Gebäude und Kalenderjahr, unabhängig von der Anzahl der Anträge.
Die sechs Posten, die den Preis wirklich treiben
- Sowieso-Anteil. Kommt die Eindeckung ohnehin herunter, trägt die Dämmung nur die Mehrkosten. Als eigener Anlass trägt sie alles.
- Gerüst ja oder nein. Der Weg von außen braucht eines, der Weg von innen nicht. Oft der größte Einzelposten, der mit Dämmung nichts zu tun hat, und der Grund, Dach und Fassade zusammen zu denken.
- Zweite Dämmebene von innen. Untersparrendämmung heißt zusätzlich neue Innenbekleidung, neue Anschlüsse, Malerarbeiten. Der Aufwand liegt nicht im Dämmstoff.
- Zugänglichkeit und Räumung. Ein leerer, begehbarer Dachraum ist etwas anderes als einer, der erst leergeräumt werden muss.
- Vorschäden und Schadstoffe. Feuchte, Schädlingsbefall oder alte Schadstoffe ändern die Rechnung grundlegend und lassen sich nur durch Aufnahme klären, nicht durch Schätzung.
- Geometrie. Gauben, Kehlen, Dachfenster und Durchdringungen kosten Arbeitszeit an genau den Stellen, an denen Sorgfalt am wichtigsten ist.
Nummer 8.3.1 a der BEG EM vom 17. Juli 2026, in Kraft seit 21. Juli 2026, Geltungsdauer bis 31. Dezember 2030; Wortlaut geprüft am 01.08.2026. Die Richtlinie wird regelmäßig überarbeitet und gilt jeweils nur in der zum Zeitpunkt der Antragstellung aktuellen Fassung. Was zum Zeitpunkt deines Antrags gilt, prüfen wir im Antrag.
Was vorher und was nachher kommt
Die Hülle kommt vor der Anlagentechnik, und das ist Arithmetik: Die Dämmung senkt die Heizlast Wie viel Leistung in Kilowatt ein Gebäude am kältesten Tag braucht. Sie bestimmt, wie groß der Wärmeerzeuger sein muss, und sie sinkt, sobald die Hülle gedämmt ist. , und die Heizlast bestimmt die Größe des Wärmeerzeugers. Wer die Wärmepumpe zuerst kauft, zahlt sie zweimal — im Kaufpreis und im Takten. Stehen Fassade und Dach beide an, gehören sie in dieselbe Baustelle: ein Gerüst, ein Anschluss. Diese Sortierung ist der Zweck eines Sanierungsfahrplans.
Was wir für dein Dach machen
Wir dämmen nicht. Wir nehmen auf, rechnen und weisen nach, ausgeführt wird von einem Betrieb deiner Wahl. Das ist der Grund, warum die Empfehlung unabhängig ist: Wir verkaufen weder Dämmstoff noch Baustelle.
Am Dach heißt das: Aufnahme vor Ort, U-Wert und Feuchteschutznachweis für jede geprüfte Variante, der Antrag vor der Beauftragung, die Einordnung in den Sanierungsfahrplan und die Begleitung bis zum Verwendungsnachweis. Wie wir arbeiten, steht unter Energieberatung und Leistungen.
Ist eine Dachdämmung Pflicht?
Für die oberste Geschossdecke ja, für die Dachschräge nein. § 35 GModG verpflichtet Eigentümer, oberste Geschossdecken über beheizten Räumen so zu dämmen, dass der U-Wert 0,24 W/(m²·K) nicht überschritten wird, sofern die Decke nicht ohnehin den Mindestwärmeschutz nach DIN 4108-2:2013-02 einhält. Die Pflicht gilt auch als erfüllt, wenn statt der Decke das darüberliegende Dach entsprechend gedämmt ist.
Die Dachschräge selbst muss niemand dämmen. Wer sie aber ohnehin anfasst, etwa durch eine neue Eindeckung oder eine neue Innenbekleidung, löst über § 36 GModG die Anforderung von 0,24 W/(m²·K) für das geänderte Bauteil aus. Das ist der Punkt, an dem aus „Dach neu decken“ unbemerkt eine energetische Maßnahme wird.
Zur Bezeichnung: Das Gesetz heißt seit Juli 2026 Gebäudemodernisierungsgesetz (GModG) und trug bis dahin den Namen Gebäudeenergiegesetz (GEG). Die Paragraphen zur Gebäudehülle im Bestand blieben unverändert.
Gibt es Ausnahmen von der Dämmpflicht?
Zwei, und beide werden regelmäßig übersehen.
Selbstnutzer-Ausnahme: Bei Wohngebäuden mit höchstens zwei Wohnungen, von denen der Eigentümer eine am 1. Februar 2002 selbst bewohnt hat, greift die Pflicht erst nach einem Eigentümerwechsel, dann innerhalb von zwei Jahren. Wer ein solches Haus kauft, erbt also eine Frist mit.
Wirtschaftlichkeit: Die Pflicht entfällt, soweit sich der Aufwand nicht in angemessener Frist durch die Einsparung erwirtschaften lässt (§ 35 Abs. 4 GModG). Das ist kein Freibrief, sondern ein Nachweis, den man führen muss.
Meine Sparren sind zu niedrig für die geforderte Dämmdicke. Was dann?
Dann gilt die Anforderung mit der höchstmöglichen Dicke als erfüllt. § 35 Abs. 2 GModG regelt das ausdrücklich: Ist die Dämmschichtdicke aus technischen Gründen begrenzt, etwa durch die Sparrenhöhe oder eine innenseitige Bekleidung, dann reicht die nach den anerkannten Regeln der Technik höchstmögliche Dicke, wobei ein Bemessungswert der Wärmeleitfähigkeit von λ = 0,035 W/(m·K) einzuhalten ist. Bei Einblasdämmung und bei Dämmstoffen aus nachwachsenden Rohstoffen gilt λ = 0,045 W/(m·K).
Wichtig: Das ist eine Ausnahme vom Ordnungsrecht, nicht von der Förderanforderung. Wer den Zuschuss will, muss 0,14 W/(m²·K) erreichen, und dafür führt an einer zweiten Dämmebene kein Weg vorbei. Wird das Dach ohnehin von außen geöffnet, liegt diese zweite Ebene über den Sparren und kostet keinen Zentimeter Raumhöhe.
Welche Dämmung ist die richtige für mein Dach?
Die Frage nach dem Dämmstoff ist die zweite. Die erste lautet: welche Ebene. Wird der Dachraum nicht bewohnt, ist die oberste Geschossdecke fast immer die richtige Antwort, denn sie hat die kleinere Fläche, den einfacheren Aufbau und verlangt keinen Eingriff in die Dachhaut. Wird der Raum bewohnt oder soll er es werden, muss die Schräge gedämmt werden.
Bei der Schräge entscheidet dann der Anlass. Steht ohnehin eine neue Eindeckung an, wird von außen gebaut, und das ist der Regelfall bei einer echten Sanierung: eine Lage zwischen den Sparren, eine zweite darüber. Diese Kombination erreicht die Förderanforderung, ohne dass innen etwas angefasst wird. Ohne fällige Dacharbeiten bleibt nur der Weg von innen, und der kostet Raumhöhe.
Der Dämmstoff selbst folgt daraus, nicht umgekehrt. Er muss die geforderte Wärmeleitstufe erreichen, in den verfügbaren Raum passen und zum Feuchteschutzkonzept passen.
Wie dick muss die Dämmung sein?
So dick, dass das fertige Bauteil den Ziel-U-Wert erreicht. Das ist keine Ausweichantwort, sondern die Rechnung. Für 0,24 W/(m²·K) (Ordnungsrecht) sind es 14 cm in der gängigen Stufe WLS 035, für 0,14 W/(m²·K) (Förderung) 24 cm.
Beide Zahlen sind gerade, und das ist kein Zufall: Dämmstoff wird in 2-cm-Schritten verkauft. Eine gerechnete Dicke von 14,1 cm ist deshalb keine Bestellgröße, sondern eine Zwischenzahl.
Bei Zwischensparrendämmung kommt der Sparren als Wärmebrücke hinzu, und der verschiebt das Ergebnis erheblich: 16 cm zwischen den Sparren ergeben bei 12 % Holzanteil ein Bauteil mit rund 0,27 W/(m²·K). Die gesetzliche Anforderung von 0,24 ist damit noch nicht erfüllt.
Kann ich das Dach selbst dämmen?
Die oberste Geschossdecke in einem nicht genutzten Dachraum: handwerklich ja. Die Dachschräge: praktisch nein, und der Grund ist nicht die Dämmung, sondern die luftdichte Ebene. Sie scheitert nie in der Fläche, sondern an Durchdringungen, Wandanschlüssen und Kehlbalken, und ein Fehler dort zeigt sich erst nach Jahren als Feuchteschaden in der Konstruktion.
Für die Förderung ist die Frage ohnehin entschieden. Zuschussfähig sind die Kosten eines Fachunternehmens, Eigenleistung wird nicht bezuschusst. Wer selbst dämmt, dämmt ohne Förderung und ohne Gewährleistung.
Was kostet eine Dachdämmung?
Auf dieser Seite steht bewusst keine Zahl pro Quadratmeter. Jede solche Angabe im Netz ist entweder ein Durchschnitt über Gebäude, die mit deinem nichts zu tun haben, oder eine Verkaufszahl.
Was den Preis tatsächlich bestimmt, ist benennbar: ob ein Gerüst gebraucht wird, ob die Eindeckung ohnehin herunterkommt, wie zugänglich der Dachraum ist, ob Vorschäden oder Schadstoffe im Aufbau stecken, wie viele Durchdringungen und Gauben die luftdichte Ebene queren muss, und ob der Dachraum während der Arbeiten leergeräumt werden kann. Eine belastbare Zahl entsteht aus der Aufnahme vor Ort und aus Angeboten, und sie gilt danach für dein Haus, nicht für einen Durchschnitt.
Lohnt sich eine Dachdämmung überhaupt noch, wenn das Haus alt ist?
Gerade dann. Je schlechter der Ausgangszustand, desto größer der Sprung. Die ersten Zentimeter Dämmung bringen den weitaus größten Teil der Wirkung, und ein ungedämmtes Dach von 1965 hat diese ersten Zentimeter noch vor sich.
Die ehrliche Einschränkung: Bei einem Haus, das ohnehin vor einer Kernsanierung steht, gehört die Dachdämmung in eine Reihenfolge und nicht als Einzelmaßnahme vorgezogen. Genau dafür gibt es den Sanierungsfahrplan. Er sortiert die Maßnahmen so, dass keine die nächste entwertet.
Die Möglichkeiten im Einzelnen.
Bis hierher ging es darum, wonach du entscheidest. Was der einzelne Weg dann in der Ausführung bedeutet — Aufbau, Reihenfolge, was dabei schiefgeht —, steht jeweils auf seiner eigenen Seite.
- Aufsparrendämmung
Der Regelfall von außen: durchgehend über den Sparren, ohne Wärmebrücke, ohne Verlust an Raumhöhe.
- Zwischensparrendämmung
Die Lage im Gefach, fast immer als erste von zwei Ebenen. Der Sparren steht als Wärmebrücke darin.
- Oberste Geschossdecke
Die günstigste Variante, wenn der Dachraum kalt bleiben darf, und die einzige mit gesetzlicher Pflicht.
- Untersparrendämmung
Die zweite Ebene von innen. Richtig nur, wenn das Dach von außen zu bleibt. Kostet Raumhöhe.
- Flachdachdämmung
Anderer Aufbau, andere Anforderung, andere Regeln beim Feuchteschutz. Deshalb eine eigene Seite.
Was hier gefördert wird.
Die Dämmung von Dachflächen und oberster Geschossdecke ist eine Einzelmaßnahme an der Gebäudehülle und damit grundsätzlich förderfähig. Zwei Bedingungen entscheiden darüber, ob der Zuschuss kommt: Das Bauteil muss nach der Maßnahme 0,14 W/(m²·K) erreichen, also deutlich mehr als die 0,24, die das Gesetz verlangt, und der Antrag muss vor der Beauftragung gestellt sein.
Keine Fördersätze und keine Beträge auf dieser Seite. Förderkulissen ändern sich, und eine veraltete Zahl auf einer Themenseite ist schlechter als keine. Was zum Zeitpunkt deines Antrags gilt, prüfen wir im Antrag, nicht im Werbetext. Was sich nicht ändert, ist die Reihenfolge: Antrag vor Auftrag. Wer zuerst beauftragt und dann beantragt, verliert die Förderung, unabhängig davon, wie gut gedämmt wurde.
Das hängt mit anderem am Haus zusammen.
Diese Bezüge sind das Verkaufsargument: Sie sind der Grund, warum die Reihenfolge über das Ergebnis entscheidet, und was ein einzelner Gewerkebetrieb nicht anbieten kann.
- Fassadendämmung
Die Außenwand ist die zweite große Fläche derselben Hülle. Ob sie sich rechnet, hängt am Gerüst und damit an der Reihenfolge, in der Dach und Fassade gebaut werden.
- Wärmeerzeugung
Die gedämmte Hülle bestimmt die Heizlast und damit die Gerätegröße. Wer das Dach nach der Wärmepumpe dämmt, hat ein zu großes Gerät gekauft.
- Wärmeverteilung und Lüftung
Eine dichtere Hülle verändert das Lüftungsverhalten. Das Lüftungskonzept gehört in dieselbe Planung, nicht in eine spätere Reklamation.
Wer diese Seite verantwortet
Robert Lammert
Geschäftsführer und Energieberater, zweiund50
- Eintrag in der Energieeffizienz-Expertenliste für Förderprogramme des Bundes, dena
- Wohngebäude: Energieberatung (EBW), Energieberatung DIN 18599, Effizienzhaus (BEG WG, mit Zusatzqualifikation Lebenszyklusanalyse), Einzelmaßnahmen (BEG EM)
- Nichtwohngebäude: BEG NWG (mit Zusatzqualifikation Lebenszyklusanalyse), Einzelmaßnahmen (BEG EM)
- Schornsteinfegermeister (Bachelor Professional)
Ich rechne, bevor ich empfehle. Was allgemein gilt, ist schnell gesagt. Was an deinem Dach gilt, steht erst nach der Aufnahme fest.
Zuletzt geprüft am 03. August 2026. Rechtsstand und Fördersätze ändern sich; jede Zahl auf dieser Seite trägt ihre Quelle und ihr Abrufdatum.
Quellen
- Statistisches Bundesamt (Destatis), Zensus 2022, Gebäude- und Wohnungszählung, Stichtag 15.05.2022Datenlizenz Deutschland – Namensnennung – Version 2.0Abgerufen 29.07.2026
- Gebäudemodernisierungsgesetz § 35, Nachrüstung eines bestehenden Gebäudes (bis Juli 2026: Gebäudeenergiegesetz § 47)Abgerufen 11.08.2026
- Gebäudemodernisierungsgesetz Anlage 7 (zu § 36), Höchstwerte der Wärmedurchgangskoeffizienten von Außenbauteilen bei Änderung an bestehenden Gebäuden (bis Juli 2026: Gebäudeenergiegesetz, Anlage 7 zu § 48)Abgerufen 11.08.2026
- Förderrichtlinie für die Bundesförderung für effiziente Gebäude – Einzelmaßnahmen (BEG EM) vom 17. Juli 2026, Anlagein Kraft seit 21. Juli 2026; ersetzt die Fassung vom 21. Dezember 2023 (BAnz AT 29.12.2023 B1)Abgerufen 12.08.2026
Was ist bei deinem Haus möglich?
Ein kurzer Blick auf Baujahr, Fläche und Heizung, dann weißt du, woran du bist.
Gebäude einschätzen lassen