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Fenstersanierung

Verglasung

Zwei Scheiben oder drei ist die meistgestellte Frage des Themas und selten die entscheidende. Was ein Fenster durchlässt, kommt aus drei Posten; die Verglasung ist nur einer davon, und ihr Gewicht hängt an der Größe der Öffnung.

Zwei Fenster derselben Bauart nebeneinander: Der Rahmen ist bei beiden gleich breit, die Öffnung nicht. Türkis ist die Glasfläche — beim kleinen Fenster ein Fünftel des Wärmedurchgangs, beim großen knapp zwei Drittel.

Das Wichtigste zuerst

Wie viel eine bessere Scheibe bringt, entscheidet die Größe deines Fensters — nicht die Zahl der Scheiben. Der Wert, an dem Gesetz und Förderung messen, ist eine Summe aus drei Teilen: Verglasung, Rahmen und Glasrand. Am kleinen Badfenster steuert die Verglasung ein Fünftel bei, an einer Terrassentür knapp zwei Drittel. Deshalb verlangt dieselbe Anforderung von 0,95 W/(m²·K) an jedem Fenster deines Hauses ein anderes Glas — und an den kleinsten keines, das es zu kaufen gibt.

Wie viel von deinem Fenster die Scheibe überhaupt ist

Die Frage nach der Scheibenzahl ist die meistgestellte des Themas. Sie ist auch die einzige, die sich am Küchentisch beantworten lässt, ohne etwas zu messen — und genau das ist ihr Problem. Was ein Fenster an Wärme durchlässt, verteilt sich auf drei Posten, und die Verglasung ist nur einer davon.

Die beiden anderen sind der Rahmen und der Glasrandverbund Abstandhalter, „warme Kante“ Der Steg, der die Scheiben eines Isolierglases auf Abstand hält. Er läuft rund um jede Scheibe und leitet Wärme, weshalb er in der Rechnung als eigener Posten je Meter Glasrand auftaucht. — der schmale Streifen, der die Scheiben auf Abstand hält und sie dicht zusammenhält. Gerechnet wird er je Meter Glasrand. Daher rührt sein eigentümliches Verhalten: Er wiegt umso schwerer, je kleiner das Fenster ist.

Am Badfenster kommen 21 Prozent des Uw aus der Verglasung, 59 aus dem Rahmen und 20 aus dem Glasrand — an der Terrassentür sind es 59, 29 und 12. Fünf Fenster derselben Bauart in fünf Größen, je ein liegender Balken aus drei Teilen; die Länge des Balkens ist der Uw. Gerechnet mit Dreifach-Wärmeschutzverglasung, Ug = 0,60 W/(m²·K), Kunststoff-Mehrkammerprofil, Uf = 1,20 W/(m²·K), Glasrandverbund, ψg = 0,06 W/(m·K) und umlaufend sichtbare Rahmenbreite 12 cm (Blend- und Flügelrahmen zusammen). Badfenster 0,6 × 0,8 m: Glas 0,25, Rahmen 0,70, Glasrand 0,23 W/(m²·K) — Uw 1,2, Glasanteil 21 Prozent; Küchenfenster 1 × 1,3 m: Glas 0,37, Rahmen 0,46, Glasrand 0,17 W/(m²·K) — Uw 1,00, Glasanteil 37 Prozent; Normgröße klein 1,23 × 1,48 m: Glas 0,40, Rahmen 0,39, Glasrand 0,15 W/(m²·K) — Uw 0,94, Glasanteil 43 Prozent; Normgröße groß 1,48 × 2,18 m: Glas 0,45, Rahmen 0,31, Glasrand 0,12 W/(m²·K) — Uw 0,87, Glasanteil 51 Prozent; Terrassentür 2,4 × 2,2 m: Glas 0,48, Rahmen 0,24, Glasrand 0,09 W/(m²·K) — Uw 0,81, Glasanteil 59 Prozent. Woraus sich der Uw zusammensetzt · dieselbe Bauart, fünf Größen Dreifach-Wärmeschutzverglasung, Ug = 0,60 W/(m²·K), Kunststoff-Mehrkammerprofil, Uf = 1,20 W/(m²·K), Glasrandverbund, ψg = 0,06 W/(m·K) Verglasung Rahmen Glasrand Badfenster 0,6 × 0,8 m 1,2 21 % Glas Küchenfenster 1 × 1,3 m 1,00 37 % Glas Normgröße klein 1,23 × 1,48 m 0,94 43 % Glas Normgröße groß 1,48 × 2,18 m 0,87 51 % Glas Terrassentür 2,4 × 2,2 m 0,81 59 % Glas Alle fünf Fenster sind gleich gebaut. Was sich ändert, ist die Größe — und mit ihr der Anteil, den Rahmen und Glasrand an der Fläche haben. Die dritte Scheibe wirkt nur auf den türkisen Teil. Am Badfenster kommen 21 Prozent des Uw aus der Verglasung, 59 aus dem Rahmen und 20 aus dem Glasrand — an der Terrassentür sind es 59, 29 und 12. Fünf Fenster derselben Bauart in fünf Größen, je ein liegender Balken aus drei Teilen; die Länge des Balkens ist der Uw. Gerechnet mit Dreifach-Wärmeschutzverglasung, Ug = 0,60 W/(m²·K), Kunststoff-Mehrkammerprofil, Uf = 1,20 W/(m²·K), Glasrandverbund, ψg = 0,06 W/(m·K) und umlaufend sichtbare Rahmenbreite 12 cm (Blend- und Flügelrahmen zusammen). Badfenster 0,6 × 0,8 m: Glas 0,25, Rahmen 0,70, Glasrand 0,23 W/(m²·K) — Uw 1,2, Glasanteil 21 Prozent; Küchenfenster 1 × 1,3 m: Glas 0,37, Rahmen 0,46, Glasrand 0,17 W/(m²·K) — Uw 1,00, Glasanteil 37 Prozent; Normgröße klein 1,23 × 1,48 m: Glas 0,40, Rahmen 0,39, Glasrand 0,15 W/(m²·K) — Uw 0,94, Glasanteil 43 Prozent; Normgröße groß 1,48 × 2,18 m: Glas 0,45, Rahmen 0,31, Glasrand 0,12 W/(m²·K) — Uw 0,87, Glasanteil 51 Prozent; Terrassentür 2,4 × 2,2 m: Glas 0,48, Rahmen 0,24, Glasrand 0,09 W/(m²·K) — Uw 0,81, Glasanteil 59 Prozent. Woraus sich der Uw zusammensetzt Glas Rahmen Glasrand Badfenster 0,6 × 0,8 m 1,2 Küchenfenster 1 × 1,3 m 1,00 Normgröße klein 1,23 × 1,48 m 0,94 Normgröße groß 1,48 × 2,18 m 0,87 Terrassentür 2,4 × 2,2 m 0,81 Gleiche Bauart, fünf Größen. Der Glasanteil steigt von 21 auf 59 Prozent. Die dritte Scheibe wirkt nur auf den türkisen Teil.
Am kleinen Badfenster kommen 21 Prozent des Uw aus der Verglasung, 59 aus dem Rahmen und 20 aus dem Glasrand — an der Terrassentür sind es 59, 29 und 12.1

Die fünf Fenster in der Zeichnung sind gleich gebaut. Dieselbe Verglasung, dasselbe Profil, derselbe Randverbund; verändert wurde allein das Maß der Öffnung. Trotzdem liegt der Anteil, den die Scheibe am Ergebnis hat, zwischen einem Fünftel und knapp zwei Dritteln.

Dahinter steckt Geometrie und keine Eigenschaft des Glases. Ein Rahmen ist umlaufend gleich breit, egal wie groß das Fenster ist. Bei einer kleinen Öffnung umschließt er wenig Glas und nimmt deshalb einen großen Teil der Fläche ein. Beim Glasrand kommt dasselbe noch einmal: Je kleiner das Fenster, desto mehr Meter Glasrand entfallen auf jeden Quadratmeter. Das kleine Fenster verliert zweimal.

Woraus die Norm den Wert des Fensters zusammensetzt

In die Rechnung nach der Norm1 gehen vier Größen ein: der Wert der Verglasung, der Wert des Rahmens, die Länge des sichtbaren Verglasungsrandes und die beiden Flächen, auf die sich das verteilt. Wie die vier zusammengesetzt werden, steht auf Fenstersanierung.

Eine Folge daraus trägt weiter. Verbessert sich der Glaswert um einen bestimmten Betrag, kommt am Fenster nur der Teil davon an, der dem Glasanteil entspricht. Bei einem Glasanteil von zwei Dritteln sind das zwei Drittel des Fortschritts; bei einem Glasanteil von zwei Fünfteln entsprechend weniger. Der Rest bleibt im Rahmen und am Glasrand hängen, wo eine neue Scheibe nichts ändert.

Die Werte in der Zeichnung sind Annahmen einer gängigen Bauart und keine Messung an einem Produkt. Sie stehen sichtbar darunter. Verbindlich ist die Produktdeklaration deines Fensters; liegt für einen vorhandenen Rahmen keine vor, verweist die technische FAQ der Förderung auf den Anhang derselben Norm.2

Praktisch heißt das: In einem Haus mit gemischten Fenstergrößen fällt die Scheibenfrage mehrfach — an jeder Öffnung neu. An der Terrassentür entscheidet sie fast alles, am Treppenhausfenster fast nichts. Wer für alle Öffnungen dasselbe Paket kauft, kauft an einem Teil davon den kleineren Effekt zum vollen Preis.

Was in einer Wärmeschutzverglasung steckt

Eine Isolierverglasung ist eine geschlossene Einheit aus vier Bestandteilen. Drei davon sieht man nicht, und alle drei entscheiden mehr als die Zahl der Scheiben.

  • Die Beschichtung. Auf mindestens einer inneren Glasoberfläche sitzt eine metallische Schicht, so dünn, dass sie im Sichtbaren nicht auffällt. Sie wirft die langwellige Wärmestrahlung aus dem Raum zurück. Ohne sie ist ein Scheibenzwischenraum nur ein Luftpolster; mit ihr wird er zur Dämmschicht. Das Gesetz kennt diese Schicht ausdrücklich und misst sie an ihrer Emissivität.

  • Die Gasfüllung. Im Zwischenraum steht ein Edelgas statt Luft, weil es Wärme schlechter leitet. Es kann entweichen, und dann geht der Dämmwert mit ihm — nicht plötzlich, sondern über Jahre.

  • Der Abstand. Zwischen zwei Scheiben gibt es ein Optimum. Zu wenig Abstand leitet, zu viel lässt das Gas im Zwischenraum umlaufen und trägt die Wärme mit. Deshalb wird eine Dreifachverglasung nicht einfach dicker als eine Zweifachverglasung — sie teilt denselben Raum anders auf.

  • Der Randverbund. Er hält die Scheiben auf Abstand, dichtet den Zwischenraum ab und trocknet ihn. Und er ist die Wärmebrücke der Einheit: An dieser Kante haben die Scheiben Kontakt zueinander und zum Rahmen.

Der Randverbund ist der Posten, der in Angeboten am seltensten auftaucht und an dem am ehesten gespart wird. Ein metallischer Abstandhalter leitet, ein thermisch getrennter deutlich weniger; die zweite Bauart heißt im Handel warme Kante. Der Unterschied wirkt sich dort am stärksten aus, wo am meisten Glasrand auf wenig Fläche kommt — also an kleinen Fenstern und an Fenstern mit echten, glasteilenden Sprossen.

Auch der ψ-Wert längenbezogener Wärmedurchgangskoeffizient Der Verlust an einer Kante oder Fuge, gerechnet je Meter Länge statt je Quadratmeter Fläche. Damit werden Glasränder und Anschlüsse erfasst, die in einer reinen Flächenrechnung untergehen. des Randverbunds gehört zur Produktdeklaration, genau wie der Glaswert und der Rahmenwert. Steht er im Angebot nicht, ist das kein Beweis für eine schlechte Ausführung — aber es ist eine Frage, die sich stellen lässt, bevor unterschrieben wird.

Was eine Beschichtung nicht kann: nachträglich aufgebracht werden. Eine Folie auf der Raumseite sitzt hinter dem Glas und dort, wo der Wärmeverlust nicht entsteht. Für Blend- und Sichtschutz ist sie ein Mittel, für den Nachweis ist sie keines.

Zwei Scheiben oder drei — und wann die Antwort zwei lautet

Die dritte Scheibe macht die innere Glasoberfläche wärmer. Das ist der Unterschied, den Bewohner tatsächlich bemerken: weniger Kaltluftabfall am Fensterplatz, weniger Zugempfinden, ein geringeres Risiko, dass Raumfeuchte an der Scheibe niederschlägt. Er lässt sich nicht in Heizkosten übersetzen und ist trotzdem der stärkste Grund, der für sie spricht.

Dagegen stehen drei Tatbestände am vorhandenen Bau.

  • Das Gewicht. Eine dritte Scheibe wiegt. Ein Beschlag, der die vorhandene Verglasung gerade noch trägt, trägt sie nicht — und ein Flügel, der über die Jahre hängt, presst die Dichtung ungleichmäßig an. Dann ist der bessere Glaswert dahin, bevor er wirkt.

  • Der Glasfalz. Der Aufbau muss in die Nut passen, in der die Scheibe sitzt. Gemessen wird am geöffneten Flügel, an der Glasleiste: Tiefe des Falzes gegen Dicke des vorgesehenen Aufbaus. Wo die Differenz nicht reicht, ist die nächste Frage, ob der Falz ausgenommen werden kann, ohne den Flügel zu schwächen.

  • Der Anteil. An einer kleinen Öffnung geht der Vorteil im Rahmenanteil unter. Dort ist die Reihenfolge eine andere: erst der Rahmen, dann das Glas.

Es gibt einen vierten Einwand, der oft zu hören ist und in dieser Form nicht trägt: dass eine sehr gute Verglasung im unsanierten Haus Schimmel verursache. Was daran stimmt, ist die Verschiebung. Vorher war die Scheibe die kälteste Fläche des Raumes, und dort fiel die Feuchte sichtbar und harmlos aus. Danach ist die kälteste Fläche die Laibung, die Zimmerecke oder die Wand hinter dem Schrank. Die Feuchte ist dieselbe, ihr Ausfallort ein anderer.

Daraus folgt kein Argument gegen gutes Glas, sondern eines für die Reihenfolge: Ein Lüftungskonzept gehört vor den Einbau und nicht hinter die erste Schimmelstelle. Warum es die Förderung ohnehin verlangt und was dabei geprüft wird, steht auf Fenstersanierung.

Ein Rahmenmaterial lässt sich nicht in eine Rangfolge bringen. Kunststoff, Holz, Holz mit Aluminiumschale und thermisch getrenntes Aluminium unterscheiden sich deutlich im Rahmenwert, aber welches das richtige ist, hängt an Ansicht, Denkmalschutz, Wartungsbereitschaft und Wandaufbau. Wir bauen keine Fenster ein und verkaufen keine — am Anfang steht deshalb eine Aufnahme und keine Empfehlung.

Welchen Glaswert dein Fenster braucht

Die Anforderungen sind an das Bauteil geschrieben, nicht an die Scheibe. Damit lässt sich die Rechnung umdrehen: Statt zu fragen, welchen Uw ein bestimmtes Glas ergibt, fragt man, welchen Glaswert eine bestimmte Öffnung braucht, damit sie die Marke gerade noch hält.

Um die Förderanforderung von 0,95 W/(m²·K) zu halten, genügt der Terrassentür ein Glaswert von 0,77 — das Badfenster bräuchte 0,06, und den gibt es nicht. Fünf Fenstergrößen gegen zwei Marken. Angegeben ist der höchste Glaswert Ug in W/(m²·K), mit dem das jeweilige Fenster die Marke noch hält, gerechnet mit Kunststoff-Mehrkammerprofil, Uf = 1,20 W/(m²·K), Glasrandverbund, ψg = 0,06 W/(m·K) und umlaufend sichtbare Rahmenbreite 12 cm (Blend- und Flügelrahmen zusammen). Für Uw 1,3 (Ordnungsrecht): Badfenster 0,89, Küchenfenster 1,09, Normgröße klein 1,13, Normgröße groß 1,18, Terrassentür 1,21. Für Uw 0,95 (Förderung): Badfenster 0,06, Küchenfenster 0,53, Normgröße klein 0,61, Normgröße groß 0,71, Terrassentür 0,77. Welchen Glaswert dein Fenster braucht, damit es die Marke hält Die Uw-Rechnung rückwärts · Kunststoff-Mehrkammerprofil, Uf = 1,20 W/(m²·K), Glasrandverbund, ψg = 0,06 W/(m·K) umlaufend sichtbare Rahmenbreite 12 cm (Blend- und Flügelrahmen zusammen) Uw 1,3 — Ordnungsrecht Uw 0,95 — Förderung Badfenster 0,6 × 0,8 m 0,89 0,06 Küchenfenster 1 × 1,3 m 1,09 0,53 Normgröße klein 1,23 × 1,48 m 1,13 0,61 Normgröße groß 1,48 × 2,18 m 1,18 0,71 Terrassentür 2,4 × 2,2 m 1,21 0,77 Gelesen wird das so: Ein Glas mit diesem Wert oder besser hält die Marke. Grau heißt, dass am Markt kein Glas so weit kommt — dann trägt die Marke nur ein anderer Rahmen, kein anderes Glas. Um die Förderanforderung von 0,95 W/(m²·K) zu halten, genügt der Terrassentür ein Glaswert von 0,77 — das Badfenster bräuchte 0,06, und den gibt es nicht. Fünf Fenstergrößen gegen zwei Marken. Angegeben ist der höchste Glaswert Ug in W/(m²·K), mit dem das jeweilige Fenster die Marke noch hält, gerechnet mit Kunststoff-Mehrkammerprofil, Uf = 1,20 W/(m²·K), Glasrandverbund, ψg = 0,06 W/(m·K) und umlaufend sichtbare Rahmenbreite 12 cm (Blend- und Flügelrahmen zusammen). Für Uw 1,3 (Ordnungsrecht): Badfenster 0,89, Küchenfenster 1,09, Normgröße klein 1,13, Normgröße groß 1,18, Terrassentür 1,21. Für Uw 0,95 (Förderung): Badfenster 0,06, Küchenfenster 0,53, Normgröße klein 0,61, Normgröße groß 0,71, Terrassentür 0,77. Welchen Glaswert das Fenster braucht Ug in W/(m²·K) · je Fenster oben 1,3, unten 0,95 erreichbar kein Glas kommt so weit Badfenster 0,6 × 0,8 m 0,89 0,06 Küchenfenster 1 × 1,3 m 1,09 0,53 Normgröße klein 1,23 × 1,48 m 1,13 0,61 Normgröße groß 1,48 × 2,18 m 1,18 0,71 Terrassentür 2,4 × 2,2 m 1,21 0,77 Ein Glas mit diesem Wert oder besser hält die Marke. Beim Badfenster trägt sie nur ein anderer Rahmen.
Um die Förderanforderung von 0,95 W/(m²·K) zu halten, genügt der Terrassentür ein Glaswert von 0,77 — das kleine Badfenster bräuchte 0,06, und den gibt es nicht.1

Die linke Spalte ist der ordnungsrechtliche Höchstwert beim Ersatz eines Fensters, 1,30 W/(m²·K).3 Ihn halten alle fünf Öffnungen mit einer Verglasung, die es gibt. Die rechte Spalte ist die Anforderung der Förderung, 0,95 W/(m²·K).4 Dort trennt sich die Reihe.

Am unteren Ende steht ein Fall, den keine Produktentscheidung löst. Beim kleinen Badfenster verbrauchen Rahmen und Glasrand die Marke fast vollständig, bevor das Glas überhaupt zu Wort kommt. Der Wert, den eine Verglasung dort halten müsste, liegt unterhalb dessen, was am Markt erhältlich ist. Das ist kein Rechenfehler und kein Grund, das Fenster stehen zu lassen — es ist die Auskunft, dass an dieser Öffnung der Rahmen die Entscheidung ist.

Für ein Haus mit gemischten Größen hat das eine unbequeme Folge. Eine Förderanforderung gilt je Bauteil, nicht als Durchschnitt über alle Fenster. Ein Paket, das an der Terrassentür bequem durchgeht, kann am Treppenhausfenster reißen — bei identischer Bauart, identischem Glas und identischem Preis je Quadratmeter.

Deshalb ist die brauchbare Frage an ein Angebot nicht, welchen Uw das Fenstermodell hat, sondern für welche Größe dieser Uw gilt. Beide Wege sind zulässig: der vom Hersteller für eine Standardgröße deklarierte Wert und die Ermittlung nach der Norm für die tatsächliche Größe.2 Welcher gegangen wurde, steht im Angebot in aller Regel nicht — und es steht dir frei, danach zu fragen.

Dachflächenfenster haben eigene Zeilen und liegen bei beiden Regelwerken milder: 1,40 W/(m²·K) im Ordnungsrecht, 1,00 W/(m²·K) in der Förderung. Und für Fenstertüren mit Klapp-, Falt-, Schiebe- oder Hebemechanismus lässt das Ordnungsrecht 1,60 W/(m²·K) zu, während die Förderung bei 0,95 W/(m²·K) bleibt. Bei keinem anderen Bauteil liegen die beiden Messlatten so weit auseinander.

Drei Grenzwerte, drei verschiedene Gegenstände

Bis hierher ging es um das ganze Fenster. Es gibt aber einen Fall, in dem das Gesetz nicht das Fenster misst, sondern die Scheibe: wenn nur die Verglasung ersetzt wird.

Ersetzt du nur die Verglasung, misst das Gesetz 1,1 W/(m²·K) an der Scheibe; ersetzt du das Fenster, 1,3 am ganzen Bauteil — und die Förderung 0,95, ebenfalls am Bauteil. Drei Höchstwerte auf einer gemeinsamen Achse in W/(m²·K), jeder mit dem Gegenstand, an dem er gemessen wird: 0,95 Uw, Förderung, gemessen am ganzen Fenster — neues Fenster; 1,1 Ug, Ordnungsrecht, Nummer 2c, gemessen an der Verglasung allein — Ersatz der Verglasung oder verglaster Flügelrahmen; 1,3 Uw, Ordnungsrecht, Nummer 2a, gemessen am ganzen Fenster — Ersatz des gesamten Bauteils. Drei Höchstwerte — und drei verschiedene Gegenstände, an denen gemessen wird Die mittlere Zeile ist die einzige, die nicht das Fenster meint. Uw 0,95 W/(m²·K) Förderung gemessen am ganzen Fenster · neues Fenster Ug 1,1 W/(m²·K) Ordnungsrecht, Nummer 2c gemessen an der Verglasung allein · Ersatz der Verglasung oder verglaster Flügelrahmen Uw 1,3 W/(m²·K) Ordnungsrecht, Nummer 2a gemessen am ganzen Fenster · Ersatz des gesamten Bauteils Die Zahlen liegen dicht beieinander und meinen nicht dasselbe. Welche gilt, entscheidet nicht die Scheibe, sondern was du anfasst. Ersetzt du nur die Verglasung, misst das Gesetz 1,1 W/(m²·K) an der Scheibe; ersetzt du das Fenster, 1,3 am ganzen Bauteil — und die Förderung 0,95, ebenfalls am Bauteil. Drei Höchstwerte auf einer gemeinsamen Achse in W/(m²·K), jeder mit dem Gegenstand, an dem er gemessen wird: 0,95 Uw, Förderung, gemessen am ganzen Fenster — neues Fenster; 1,1 Ug, Ordnungsrecht, Nummer 2c, gemessen an der Verglasung allein — Ersatz der Verglasung oder verglaster Flügelrahmen; 1,3 Uw, Ordnungsrecht, Nummer 2a, gemessen am ganzen Fenster — Ersatz des gesamten Bauteils. Drei Höchstwerte, drei Gegenstände Nur die mittlere Zeile meint die Scheibe. Uw 0,95 Förderung gemessen am ganzen Fenster Ug 1,1 Ordnungsrecht, Nummer 2c gemessen an der Verglasung allein Uw 1,3 Ordnungsrecht, Nummer 2a gemessen am ganzen Fenster Welche gilt, entscheidet, was du anfasst.
Ersetzt du nur die Verglasung, misst das Gesetz 1,1 W/(m²·K) an der Scheibe; ersetzt du das Fenster, 1,3 am ganzen Bauteil — und die Förderung 0,95, ebenfalls am Bauteil.3

Der Ersatz der Verglasung oder verglaster Flügelrahmen hat eine eigene Zeile mit einer eigenen Größe: 1,10 W/(m²·K) an der Verglasung.3 Diese Zahl sieht neben den 1,30 W/(m²·K) für das ganze Fenster wie eine Verschärfung aus. Sie ist keine — sie misst etwas anderes. Ein Glas, das seinen Wert hält, macht das Fenster nicht anforderungsgerecht, und ein Fenster, das seinen Wert hält, sagt nichts über die einzelne Scheibe.

Zu dieser Zeile gehören drei Ausnahmen, und auf ein altes Fenster passen fast alle.

  • Der Rahmen ist ungeeignet. Dann entfällt die Anforderung: Sie gilt nicht, wenn der vorhandene Rahmen zur Aufnahme der vorgeschriebenen Verglasung ungeeignet ist. Das Gesetz lässt hier seine eigene Vorgabe fallen, und der Auslöser dafür ist ein Tatbestand am Bau.

  • Die Glasdicke ist technisch begrenzt. Dann gilt eine mildere Zahl: eine Verglasung mit einem Wärmedurchgangskoeffizienten von höchstens 1,30 W/(m²·K). Das ist der Regelfall bei einem schmalen Falz.

  • Es ist ein Kasten- oder Verbundfenster. Dann wird gar kein U-Wert verlangt, sondern eine Eigenschaft der Beschichtung: eine Glastafel mit einer infrarot-reflektierenden Beschichtung mit einer Emissivität von höchstens 0,2. Das ist die einzige Stelle, an der das Ordnungsrecht die Beschichtung selbst zur Anforderung macht.

Das Gesetz heißt seit Juli 2026 GModG; die Zeilen, um die es hier geht, stehen in seiner Anlage 7.3 Eine vierte Möglichkeit steht in derselben Anlage neben dem Ersatz und wird selten genannt: der Einbau zusätzlicher Vor- oder Innenfenster. Beurteilt wird dann das entstandene Kastenfenster aus beiden Ebenen zusammen. Was dieser Weg am Bestand leistet, steht auf Instandsetzung.

Und darunter liegt noch eine Schwelle: Änderungen, die nicht mehr als 10 % der Fläche der jeweiligen Bauteilgruppe betreffen, lösen überhaupt keine Anforderung aus.5 Zur Bauteilgruppe zählen alle Fenster, Fenstertüren, Dachflächenfenster, Glasdächer und Außentüren des Gebäudes zusammen. Als Einladung zur Nachlässigkeit taugt das nicht. Als Auskunft über die Reihenfolge taugt es: Alles auf einmal musst du nicht machen.

Schallschutz ist der einzige Nebenwert, den das Gesetz selbst beziffert

Zu einer Verglasung gehören mehr Eigenschaften als der Wärmeschutz, und eine davon ist im Ordnungsrecht mit einer Zahl hinterlegt. Als Sonderverglasung gilt unter anderem eine Schallschutzverglasung mit einem bewerteten Schalldämmmaß der Verglasung von mindestens 40 Dezibel nach der einschlägigen Norm.3

Dahinter steht die Anerkennung eines Zielkonflikts. Ein Aufbau, der so viel Schall dämmt, kann den Wärmeschutzaufbau nicht gleichzeitig haben — und deshalb misst das Gesetz solche Verglasungen milder. Wird nur die Sonderverglasung ersetzt, gilt statt 1,10 W/(m²·K) der Wert 1,60 W/(m²·K); wird das ganze Bauteil ersetzt, 2,00 W/(m²·K) statt 1,30 W/(m²·K).3

Für die Auswahl selbst gilt eine Regel, die der üblichen Erwartung widerspricht: Mehr Scheiben bedeuten nicht mehr Ruhe. Schall wird durch Masse und durch Asymmetrie gedämmt; die Anzahl allein tut wenig. Drei gleich dicke Scheiben in gleichen Abständen schwingen miteinander, eine dickere Außenscheibe, ein anderer Zwischenraum oder eine Verbundscheibe mit einer weichen Zwischenschicht brechen diese Kopplung.

Eine Dreifachverglasung, die für den Wärmeschutz ausgelegt wurde, ist deshalb nicht automatisch die leisere. Wer an einer Straßenseite wohnt, entscheidet an dieser Stelle nach dem Schalldämmmaß und nicht nach der Scheibenzahl — und nimmt dafür einen etwas schlechteren Glaswert in Kauf, den das Regelwerk ausdrücklich zulässt.

Eine Einschränkung gehört dazu, und sie betrifft nicht das Glas: Der beste Aufbau nützt nichts, wenn der Schall neben dem Fenster hindurchgeht. Fuge, Rollladenkasten und Anschluss entscheiden hier mit. Was ein guter Anschluss ausmacht, steht auf Einbau und Anschluss.

Sicherheitsglas, Brandschutz und wo sie im Regelwerk stehen

Neben dem Schallschutz nennt dieselbe Bestimmung zwei weitere Sonderaufbauten: Isolierglas zur Durchschuss-, Durchbruch- oder Sprengwirkungshemmung nach anerkannten Regeln der Technik und Brandschutzglas mit einer Einzelelementdicke von mindestens 18 Millimetern.3 Alle drei teilen sich dieselbe mildere Zeile — und alle drei sind eng definiert.

Das ist wichtig, weil im Handel viel als Sicherheitsglas bezeichnet wird, was diese Definition nicht erfüllt. Einscheiben-Sicherheitsglas zerfällt bei Bruch in stumpfe Krümel und schützt damit Personen; Verbund-Sicherheitsglas hält bei Bruch zusammen, weil zwischen den Scheiben eine zähe Folie liegt, und erschwert dadurch den Durchstieg. Beides sind gute Eigenschaften. Eine mildere Anforderung an den Wärmeschutz begründen sie für sich genommen nicht.

Für den Einbruchschutz gilt außerdem, was für den Schallschutz gilt: Das Glas ist selten die schwächste Stelle. Ein Fenster wird in der Regel nicht durchschlagen, sondern aufgehebelt — entschieden wird also am Beschlag, an der Verriegelung und an der Befestigung des Rahmens in der Wand.

Und eine Sorte Glas gehört genannt, weil sie in alten Häusern häufig vorkommt und nicht in dieses Raster passt: Ornament- und Gussglas in Treppenhäusern, Bädern und Türoberlichtern. Es ist meist einfach verglast, es lässt sich technisch ersetzen, und ob das sinnvoll ist, entscheidet dieselbe Frage wie überall — was der vorhandene Rahmen aufnimmt.

Im Sommer arbeitet der zweite Kennwert gegen den ersten

Eine Verglasung hat neben dem Wärmedurchgang eine zweite Eigenschaft, die genauso wichtig ist und in die Gegenrichtung zeigt: den g-Wert Gesamtenergiedurchlassgrad Wie viel der auftreffenden Sonnenenergie durch die Verglasung in den Raum gelangt. Im Winter ein Gewinn, im Sommer die Ursache der Überhitzung — deshalb ist er nie allein „gut“ oder „schlecht“. . Er sagt, welcher Anteil der Sonnenenergie durch die Scheibe in den Raum gelangt.

Er ist keine Qualitätsnote. Ein hoher g-Wert bringt im Winter Wärme ins Haus, die nicht geheizt werden muss; im Sommer bringt er dieselbe Wärme in einen Raum, der sie nicht braucht. Jede zusätzliche beschichtete Scheibe senkt ihn — die dritte Scheibe verbessert den Wärmeschutz also und schwächt die solaren Gewinne zugleich.

Welche Richtung überwiegt, hängt an der Himmelsrichtung. Ein Haus hat vier Seiten mit sehr unterschiedlicher Einstrahlung, und ein Fensterpaket, das für alle vier dasselbe vorsieht, ist selten das richtige. Nach Süden mit gutem Sonnenschutz ist ein hoher g-Wert ein Vorteil; nach Westen, wo die Nachmittagssonne flach in den Raum steht, ist er die häufigste Ursache überhitzter Räume.

Was der g-Wert nicht ist: ein Ersatz für Sonnenschutz. Eine Scheibe, die weniger Energie durchlässt, lässt auch weniger Licht durch, und zwar dauerhaft — auch im Dezember. Beweglicher Schutz außen vor der Scheibe hält die Wärme dort, wo sie nichts anrichtet, und lässt sich zurückziehen. Eine Folie auf der Raumseite tut das nicht: Dort ist die Wärme schon im Raum.

Für den Nachweis bleibt der g-Wert außen vor. Der äquivalente Wert, der solare Gewinne gegen den Wärmeverlust aufrechnet, sieht besser aus als der eigentliche Kennwert und ist im Rahmen des Gesetzes und geförderter Einzelmaßnahmen als Nachweiswert nicht zulässig.2 Er darf beraten, er darf nicht belegen.

Wenn die Scheibe beschlägt: drei Orte, drei verschiedene Befunde

Kaum eine Beobachtung am Fenster wird so häufig falsch gedeutet wie eine beschlagene Scheibe. Wo der Belag sitzt, entscheidet, ob etwas kaputt ist — und in zwei von drei Fällen ist es das nicht.

  • Außen, auf der äußersten Scheibe. Das ist ein gutes Zeichen. Es bedeutet, dass die äußere Scheibe kalt geblieben ist, weil kaum Wärme von innen nachkommt. In klaren Nächten kühlt sie unter die Temperatur der Außenluft ab, und die Luftfeuchte schlägt sich darauf nieder — dieselbe Erscheinung wie Tau auf einer Wiese. Sie tritt an guten Verglasungen häufiger auf als an schlechten und verschwindet im Lauf des Vormittags.

  • Innen, auf der raumseitigen Scheibe. Das ist ein Hinweis auf zu viel Feuchte im Raum, auf zu wenig Luftwechsel oder auf eine zu kalte Oberfläche — meist auf mehrere davon zusammen. Am Fenster selbst ist dann nichts zu reparieren; es zeigt nur als erste Fläche an, was im Raum los ist.

  • Zwischen den Scheiben. Das ist der einzige der drei Fälle, der ein Defekt ist, und er lässt sich nicht beheben. Der Randverbund ist undicht geworden, die Gasfüllung ist entwichen, Feuchte steht im Zwischenraum. Zu erkennen ist es an einem Belag, der sich nicht wegwischen lässt und der mit Temperatur und Sonne kommt und geht.

Im dritten Fall wird die Verglasung erneuert, nicht das Fenster. Der Rahmen bleibt, wenn er trägt — und ob er trägt, ist eine Frage an Blendrahmen, Flügel, Beschlag und Glasfalz. Woran das zu erkennen ist, steht auf Instandsetzung.

Was sich nicht sinnvoll machen lässt: eine einzelne Scheibe einer Isolierverglasung tauschen oder die Gasfüllung nachfüllen. Die Einheit ist im Werk verschlossen und getrocknet; wer sie öffnet, hat danach einen Zwischenraum mit Raumluft darin. Erneuert wird die ganze Einheit.

Nur die Scheibe tauschen — was daran geprüft wird

Der Weg gibt es, er ist im Ordnungsrecht ausdrücklich vorgesehen, und er ist in vielen Häusern der richtige. Was ihn entscheidet, sind vier Maße und ein Befund, und alle fünf werden am geöffneten Flügel genommen.

  • Die Falztiefe. Sie bestimmt, welcher Aufbau überhaupt hineingeht, und sie ist der häufigste Grund, warum ein Dreifachaufbau ausscheidet.

  • Die Falzbreite. Sie bestimmt, wie viel Platz Randverbund und Dichtstoff bekommen. Zu wenig davon ist der Grund, warum eine neue Einheit früh undicht wird.

  • Das Mehrgewicht. Es geht auf den Beschlag und auf die Ecken des Flügels. Bei Holzflügeln entscheidet die Verklebung der Eckverbindung mit.

  • Die Klotzung. Die Verglasungsklötze übertragen das Gewicht der Scheibe in den Rahmen und halten sie an der richtigen Stelle. Sie sind der unscheinbarste Teil des Vorgangs und der, an dem sich verzogene Flügel und gesprungene Scheiben am häufigsten entscheiden. Ihre Lage folgt der Öffnungsart und ist nicht beliebig.

  • Der Zustand des Falzgrunds. Steht dort Wasser, weil die Entwässerung verstopft oder nie angelegt war, hält auch eine neue Einheit nicht lange.

Für die Förderung reicht ein Scheibentausch allein nicht. Sie kennt den Erhalt eines Fensters als eigenen Fall, verlangt dafür aber eine abschließende Liste von Arbeiten. Die Hälfte davon betrifft gar nicht das Fenster, sondern die Fuge zwischen Rahmen und Wand. Was dazugehört und welche Anforderung dann gilt, steht auf Instandsetzung.

Ordnungsrechtlich ist der reine Glastausch dagegen ein eigener Fall mit einer eigenen Anforderung an die Verglasung. Beide Regelwerke gleichzeitig zu erfüllen ist möglich, aber es ist nichts, was sich nebenbei ergibt.

Was den Preis bestimmt

Ein Quadratmeter Verglasung ist kein Ding, das man kaufen kann. Gekauft wird ein Fenster in einem bestimmten Maß, in einer bestimmten Öffnung, mit einem bestimmten Anschluss — und der Aufpreis für die dritte Scheibe ist dabei der Posten, der sich am leichtesten beziffern lässt und am wenigsten bewegt.

Sechs Größen bestimmen ihn, und keine davon steht in einer Preisliste.

  • Maß und Stückzahl. Zwölf gleiche Einheiten sind etwas anderes als zwölf verschiedene. Sonderformen, Rundbögen und Schrägschnitte fallen aus jeder Serie heraus.

  • Der Aufbau. Beschichtung, Gasfüllung, Randverbund und die Frage, ob eine Sonderfunktion dazukommt. Jede davon ist ein eigener Posten und wird selten einzeln ausgewiesen.

  • Sprossen. Echte, glasteilende Sprossen erzeugen zusätzlichen Glasrand und werden im Nachweis als Zuschlag berücksichtigt. Aufgeklebte tun das nicht. Der Unterschied ist im Preis und im Kennwert derselbe.

  • Ob Scheibe oder Fenster. Ein Glastausch im vorhandenen Rahmen ist ein anderer Vorgang als ein Fensteraustausch mit Ausbau, Fugendämmung, Abdichtung, Fensterbank und Laibung.

  • Die Zugänglichkeit. Erdgeschoss oder viertes Obergeschoss, Gerüst oder Hubsteiger, Rollladenkasten im Weg oder nicht.

  • Vorschäden. Morsche Anschlüsse, Bleiverglasung, Schadstoffe in alten Dichtstoffen. Alles Dinge, die man vorher sieht, wenn man vorher hinsieht.

Deshalb steht am Anfang die Aufnahme je Fenster und nicht die Hochrechnung je Haus. Aus ihr entsteht eine Aufstellung, in der drei Betriebe dasselbe anbieten und die Angebote vergleichbar werden. Das ist mehr wert als jede Spanne, die vorher genannt worden wäre.

Belastbar nennen lässt sich die amtliche Obergrenze der förderfähigen Ausgaben, und die gehört zur Gebäudehülle insgesamt und nicht zu den Fenstern allein. Sie steht mit Fundstelle auf Fenstersanierung.

Lohnt sich Dreifachverglasung, oder reicht zweifach?

Das entscheiden die Größe der Öffnung und der Zustand von Rahmen und Beschlag. An einer Terrassentür kommt der größte Teil einer Verbesserung am Glas auch am Fenster an; an einem kleinen Badfenster geht sie überwiegend im Rahmenanteil unter.

Dazu kommt das Gewicht: Ein Beschlag, der die vorhandene Scheibe gerade trägt, trägt eine dritte nicht. Beides wird am geöffneten Fenster geprüft und nicht am Prospekt.

Welcher Wert steht in meinem Angebot — Ug oder Uw?

Meistens der Glaswert, weil er der schönste der drei ist. Maßgeblich für Gesetz und Förderung ist der Wert des ganzen Fensters aus Rahmen, Verglasung und Glasrandverbund.2

Steht ein Uw da, ist die nächste Frage, für welche Größe er gilt. Der Hersteller darf ihn für eine Standardgröße deklarieren; welchen Weg das Angebot gegangen ist, steht dort in aller Regel nicht.

Erfüllt Dreifachverglasung automatisch die Förderanforderung?

Nein. Die Anforderung von 0,95 W/(m²·K) gilt dem Bauteil,4 und wie viel eine Verglasung davon trägt, hängt an der Größe des Fensters. Bei großen Öffnungen ist die Marke gut erreichbar, bei sehr kleinen mit keiner erhältlichen Verglasung.

An solchen Öffnungen entscheidet der Rahmen — oder die Frage, ob das Fenster überhaupt zur geförderten Maßnahme gehören muss.

Kann ich in meine alten Fenster einfach neue Scheiben einsetzen lassen?

Oft ja, und das Ordnungsrecht sieht diesen Fall ausdrücklich vor — mit einer eigenen Anforderung an die Verglasung von 1,10 W/(m²·K).3 Ob es geht, entscheidet der Glasfalz: seine Tiefe, seine Breite und der Zustand seines Grundes.

Reicht die Tiefe für den vorgeschriebenen Aufbau nicht, ist das kein Ausschlussgrund. Das Gesetz sieht für diesen Fall eine mildere Zahl vor und lässt die Anforderung ganz fallen, wenn der vorhandene Rahmen zur Aufnahme der vorgeschriebenen Verglasung ungeeignet ist.

Meine Scheiben beschlagen von außen. Ist die Verglasung defekt?

Im Gegenteil. Ein Belag auf der äußersten Scheibe heißt, dass von innen kaum Wärme nachkommt und die Scheibe deshalb in klaren Nächten unter die Lufttemperatur auskühlt. Das tritt an guten Verglasungen häufiger auf als an schlechten.

Ein Defekt ist nur der Belag zwischen den Scheiben: Dann ist der Randverbund undicht und die Gasfüllung entwichen. Er lässt sich nicht wegwischen und kommt mit Temperatur und Sonne wieder.

Bringt eine Dreifachverglasung mehr Ruhe?

Nicht durch die Zahl der Scheiben. Schall wird durch Masse und durch unterschiedliche Scheibendicken gedämmt; drei gleich aufgebaute Scheiben schwingen miteinander. Ein Aufbau, der für den Wärmeschutz ausgelegt ist, ist deshalb nicht automatisch der leisere.

Das Ordnungsrecht kennt Schallschutzverglasungen ab einem bewerteten Schalldämmmaß von 40 Dezibel als eigenen Fall und misst sie beim Wärmeschutz milder.3 Das ist die Anerkennung dafür, dass beides zugleich nicht geht.

Was ist die warme Kante, und brauche ich sie?

So heißt im Handel ein Randverbund aus schlecht leitendem Material statt aus Metall. Er ist der dritte Posten im Wert des Fensters und wird je Meter Glasrand gerechnet — deshalb wiegt er umso schwerer, je kleiner das Fenster ist und je mehr echte Sprossen es hat.

An großen, ungeteilten Elementen ist sein Anteil klein. An kleinen Fenstern ist er der Posten, der neben dem Rahmen über das Ergebnis entscheidet, und er wird selten ausgewiesen.

Hilft eine Wärmeschutzfolie auf der Scheibe?

Für den Nachweis nicht. Der Wärmeverlust einer Verglasung entsteht im Scheibenzwischenraum und am Glasrand, nicht an der Oberfläche der inneren Scheibe. In keinem der beiden Regelwerke ist eine nachträglich aufgebrachte Folie als Maßnahme vorgesehen.

Für den Sommer liegt die Sache anders, aber auch nicht so, wie es oft dargestellt wird: Eine Sonnenschutzfolie sitzt innen, also hinter dem Glas — die Wärme ist dann bereits im Raum. Was eine Folie tatsächlich leistet, ist Blend- und Sichtschutz. Das sind gute Gründe, nur keine energetischen.

Ist Dreifachverglasung im ungedämmten Haus gefährlich?

Gefährlich nicht, aber sie verändert etwas, das eingeplant gehört. Vorher war die Scheibe die kälteste Fläche im Raum und die Feuchte fiel dort sichtbar aus. Danach ist die kälteste Fläche die Laibung oder die Außenwandecke, und dort sieht man sie erst spät.

Deshalb gehört ein Lüftungskonzept vor den Einbau, und deshalb verlangt die Förderung es bei Maßnahmen, die die Luftdichtheit erhöhen. Ein Lüftungskonzept ist dabei keine Lüftungsanlage, sondern die Prüfung, ob eine nötig ist.

Muss ich alle Fenster auf einmal machen lassen?

Nein. Änderungen an nicht mehr als 10 % der Fläche der Bauteilgruppe lösen gar keine Anforderung aus,5 und zur Bauteilgruppe zählen alle Fenster, Fenstertüren, Dachflächenfenster, Glasdächer und Außentüren zusammen.

Für die Förderung gelten daneben eigene Regeln zu Antrag und Höchstbetrag, und die entscheiden über die Reihenfolge oft mehr als die Technik.

Förderung

Was hier gefördert wird.

Ob diese Maßnahme gefördert wird, hängt am Bauteil, am erreichten Wert und am Zeitpunkt des Antrags. Was davon auf dein Haus zutrifft, prüfen wir vor der Beauftragung.

Keine Fördersätze und keine Beträge auf dieser Seite. Förderkulissen ändern sich, und eine veraltete Zahl ist schlechter als keine. Was sich nicht ändert, ist die Reihenfolge: Antrag vor Auftrag. Wer zuerst beauftragt und dann beantragt, verliert den Zuschuss.

Fördermittelberatung

Weiter im Thema

Wo du weiterliest.

Übersicht Fenstersanierung Dort steht, wonach du entscheidest — und was die Reihenfolge mit dem Rest des Hauses macht.

Andere Wege zum selben Ziel. Was für dein Haus in Frage kommt, hängt am Bestand — nicht daran, was sich allgemein am besten liest.

  • Einbau und Anschluss

    Die zweite Rechnung dieser Seite: derselbe Bauteilwert, drei Anschlüsse. Und warum die Förderung zwei Bestätigungen verlangt, von denen nur eine im Angebot steht.

  • Instandsetzung

    Der Weg, den der Markt nicht anbietet, weil er nichts verkauft: das vorhandene Fenster bleibt stehen. Eigene Förderanforderung, eigene abschließende Liste von Mindestmaßnahmen.

  • Haustür

    Eigenes Bauteil mit eigenen Anforderungswerten — und derselben Bauteilgruppe wie die Fenster, weshalb sie bei der Bagatellgrenze mitzählt.

Wer diese Seite verantwortet

Robert Lammert

Geschäftsführer und Energieberater, zweiund50

  • Eintrag in der Energieeffizienz-Expertenliste für Förderprogramme des Bundes, dena
  • Wohngebäude: Energieberatung (EBW), Energieberatung DIN 18599, Effizienzhaus (BEG WG, mit Zusatzqualifikation Lebenszyklusanalyse), Einzelmaßnahmen (BEG EM)
  • Nichtwohngebäude: BEG NWG (mit Zusatzqualifikation Lebenszyklusanalyse), Einzelmaßnahmen (BEG EM)
  • Schornsteinfegermeister (Bachelor Professional)

Die Scheibe ist wichtig, aber sie ist nie das ganze Fenster.

Zuletzt geprüft am 11. August 2026. Rechtsstand und Fördersätze ändern sich; jede Zahl auf dieser Seite trägt ihre Quelle und ihr Abrufdatum.

Quellen

  1. DIN EN ISO 10077-1, Wärmetechnisches Verhalten von Fenstern, Türen und Abschlüssen, Berechnung des Wärmedurchgangskoeffizienten, Teil 1: AllgemeinesZusammensetzung des Uw aus Glas-, Rahmen- und Randverbundanteil; Anhang F für RahmenkennwerteAbgerufen 31.07.2026
  2. Bundesförderung für effiziente Gebäude, Liste der technischen FAQ, EinzelmaßnahmenVersion 7.0 (06/2026), KfW-Bestellnummer 600 000 4864; im Volltext gegengeprüft: TFAQ 2.05, 2.06, 2.07, 4.02, 4.06Abgerufen 12.08.2026
  3. Gebäudemodernisierungsgesetz Anlage 7 (zu § 36), Höchstwerte der Wärmedurchgangskoeffizienten von Außenbauteilen bei Änderung an bestehenden Gebäuden (bis Juli 2026: Gebäudeenergiegesetz, Anlage 7 zu § 48)Abgerufen 11.08.2026
  4. Förderrichtlinie für die Bundesförderung für effiziente Gebäude – Einzelmaßnahmen (BEG EM) vom 17. Juli 2026, Anlagein Kraft seit 21. Juli 2026; ersetzt die Fassung vom 21. Dezember 2023 (BAnz AT 29.12.2023 B1)Abgerufen 12.08.2026
  5. Gebäudemodernisierungsgesetz § 36, Anforderungen an ein bestehendes Gebäude bei Änderung (bis Juli 2026: Gebäudeenergiegesetz § 48)Abgerufen 11.08.2026

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